So nutzen Sie den Länder-Vergleich
Der Länder-Vergleich stellt zwei Bundesländer oder ein Land und Deutschland nebeneinander. Sie wählen beide Gebiete oben auf der Seite, das Ergebnis erscheint sofort in vier Blöcken: beide Wälder als je 100 Bäume, die Anteile aller 13 Baumartengruppen mit Differenz, zehn Kennzahlen auf Punktleisten und der Altersaufbau. Jede Landesseite öffnet den Vergleich mit ihrem Land bereits ausgewählt.
Von Lukas Schneider · veröffentlicht am · Datenstand: Bundeswaldinventur 2022, abgerufen am 27.10.2026
Bedienung
Oben auf der Vergleichsseite stehen zwei Auswahlfelder, links das erste, rechts das zweite Gebiet. Zur Wahl stehen die 15 Länder der Bundeswaldinventur und Deutschland insgesamt. Sobald Sie ein Feld ändern, rechnet die Seite neu; der Pfeil zwischen den Feldern tauscht beide Seiten. Die Auswahl steht anschließend in der Adresse, etwa /vergleich/?a=hessen&b=deutschland. Diese Adresse können Sie speichern oder verschicken, sie öffnet denselben Vergleich.
Am Ende jeder Landesseite, im Abschnitt zur ähnlichsten Baumartenmischung, stehen fertige Links in den Vergleich: mit den beiden Ländern, deren Baumarten am ähnlichsten verteilt sind, und mit Deutschland. Das Land ist dort jeweils schon als erstes Gebiet gewählt.
Was die vier Blöcke zeigen
Der erste Block rechnet jeden Wald auf 100 Bäume herunter: ein Baum je Prozent Fläche, Nadelbäume links, Laubbäume rechts, Lücken als Baumstümpfe. Der zweite listet alle Baumartengruppen mit ihrem Anteil in beiden Gebieten und der Differenz in Prozentpunkten; die Überschrift nennt automatisch die Art mit dem größten Unterschied. Der dritte zeigt zehn Kennzahlen, jeweils mit Rang unter den Ländern und einer Punktleiste, auf der alle übrigen Länder grau erscheinen. Der vierte stellt die neun Altersklassen als Balkenpaare gegenüber.
Beispiel 1: Bayern und Brandenburg
Dieses Paar ist der Standard der Seite, weil es die zwei großen Nadelholzlandschaften Deutschlands gegenüberstellt. Beim Waldanteil liegen beide fast gleichauf (37,1 % und 38,0 %). Die Überschrift des Baumartenblocks lautet: „Größter Unterschied: Kiefer, 52,3 Prozentpunkte mehr in Brandenburg“. In Bayern stehen auf 37,8 % der Fläche Fichten, in Brandenburg auf 1,1 %.
| Kennzahl | Bayern | Brandenburg | Differenz |
|---|---|---|---|
| Waldanteil | 37,1 % | 38,0 % | −0,9 |
| Fichte | 37,8 % | 1,1 % | +36,7 |
| Kiefer | 16,4 % | 68,7 % | −52,3 |
| Buche | 14,9 % | 3,6 % | +11,3 |
| Eiche | 7,2 % | 8,0 % | −0,8 |
| Holzvorrat (m³/ha) | 405,4 | 301,0 | +104,4 |
| Älter als 120 Jahre | 20,9 % | 11,6 % | +9,3 |
Beim Holzvorrat liegt Bayern 104 m³ je Hektar vorn. Die Punktleisten zeigen außerdem, dass Brandenburg beim Privatwaldanteil (62,3 %) Rang 2 belegt und beim Totholz mit 17,1 m³ Rang 14. Diesen Vergleich öffnen.
Beispiel 2: Hessen und Deutschland
Wählen Sie Deutschland als zweites Gebiet, wird der Vergleich zur Einordnung eines Landes gegenüber dem Bundesmittel. Hessen hat mit 32,5 % fast doppelt so viel Buche wie Deutschland insgesamt (16,6 %, Faktor 1,96) und deutlich weniger Fichte und Kiefer.
| Kennzahl | Hessen | Deutschland | Differenz |
|---|---|---|---|
| Waldanteil | 42,5 % | 32,3 % | +10,2 |
| Fichte | 13,4 % | 20,9 % | −7,5 |
| Kiefer | 8,6 % | 21,8 % | −13,2 |
| Buche | 32,5 % | 16,6 % | +15,9 |
| Eiche | 14,2 % | 11,5 % | +2,7 |
| Holzvorrat (m³/ha) | 312,0 | 334,9 | −22,9 |
| Älter als 120 Jahre | 25,0 % | 16,9 % | +8,1 |
Auffällig ist der Altersaufbau: 25,0 % der hessischen Waldfläche sind älter als 120 Jahre, bundesweit 16,9 %. Beim Totholz liegt Hessen mit 39,6 m³ je Hektar auf Rang 1 der Länder. Diesen Vergleich öffnen.
Beispiel 3: ähnliche Mischung, verschiedener Wald
Die Baumartenmischungen von Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein liegen näher beieinander als die jedes anderen Länderpaares (Abstand 9,1, gemessen über alle 13 Baumartenanteile). Trotzdem unterscheiden sich die Wälder deutlich: Nordrhein-Westfalen ist zu 27,9 % bewaldet, Schleswig-Holstein nur zu 11,5 %, und je Hektar stehen 270,0 gegenüber 354,6 m³ Holz.
| Kennzahl | Nordrhein-Westfalen | Schleswig-Holstein | Differenz |
|---|---|---|---|
| Waldanteil | 27,9 % | 11,5 % | +16,4 |
| Fichte | 18,2 % | 12,6 % | +5,6 |
| Kiefer | 7,3 % | 7,1 % | +0,2 |
| Buche | 19,2 % | 20,5 % | −1,3 |
| Eiche | 17,4 % | 17,3 % | +0,1 |
| Holzvorrat (m³/ha) | 270,0 | 354,6 | −84,6 |
| Älter als 120 Jahre | 13,8 % | 19,3 % | −5,5 |
Das Beispiel zeigt, warum der Vergleich nicht bei den Baumarten aufhört: Gleiche Arten in gleichen Anteilen sagen nichts darüber, wie viel Wald es gibt oder wie viel Holz er trägt. Diesen Vergleich öffnen.
Was der Vergleich nicht leistet
Wuchsgebiete lassen sich nicht auswählen, weil ihre Baumartenanteile ohne Lücken berechnet sind und sich deshalb nicht direkt mit Ländern vergleichen lassen; für sie gibt es die Ranglisten und die Abschnitte „Ähnlich gemischt“ auf jeder Wuchsgebietsseite. Hamburg und Bremen sind nur gemeinsam erfasst, ihre Werte sind unsicher und mit ≈ markiert. Veränderungen seit 2012 zeigt der Vergleich nicht; sie stehen auf den Landesseiten im Abschnitt „Seit 2012“.
Der Vergleich beschreibt den Zustand des Waldes, wie ihn die Inventur gemessen hat. Er bewertet nicht, welcher Wald besser ist, und gibt keine Hinweise zur Bewirtschaftung. Wie die einzelnen Kennzahlen zu lesen sind, erklärt der Ratgeber Waldkennzahlen richtig lesen.
Quellen
- Thünen-Institut: Vierte Bundeswaldinventur (BWI 2022), Ergebnisdatenbank bwi.info, Lizenz CC BY 4.0; verwendete Ergebnistabellen: 1.01, 1.04, 1.05, 1.08, 1.13, 1.02, 3.01, 5.01, 8.01. Abgerufen am 27.10.2026.
- Eigene Berechnungen von Waldkennzahlen (Ränge, Differenzen, Verhältnisse, Summen); Vorgehen unter Daten & Methodik.