Die waldreichsten und waldärmsten Bundesländer
Am dichtesten bewaldet ist Rheinland-Pfalz mit 43,0 % der Landesfläche, knapp vor Hessen mit 42,5 %. Am wenigsten Wald im Verhältnis zur Fläche haben Schleswig-Holstein (11,5 %) und die gemeinsam ausgewerteten Stadtstaaten Hamburg und Bremen (11,3 %). Die größte Waldfläche hat Bayern: 2.616.869 Hektar, 22,7 % des deutschen Waldes.
Von Lukas Schneider · veröffentlicht am · Datenstand: Bundeswaldinventur 2022, abgerufen am 27.10.2026
- 1Rheinland-Pfalz43,0 %
- 2Hessen42,5 %
- 3Baden-Württemberg38,6 %
- 4Saarland38,4 %
- 5Brandenburg38,0 %
- 6Bayern37,1 %
- 7Thüringen34,3 %
- 8Sachsen28,8 %
- 9Nordrhein-Westfalen27,9 %
- 10Sachsen-Anhalt25,5 %
- 11Niedersachsen25,3 %
- 12Mecklenburg-Vorpommern25,0 %
- 13Berlin19,7 %
- 14Schleswig-Holstein11,5 %
- 15Hamburg und Bremen11,3 %
Rheinland-Pfalz und Hessen liegen fast gleichauf
Zwischen den beiden Spitzenreitern liegen 0,5 Prozentpunkte. Das ist weniger als der Stichprobenfehler der beiden Werte: 1,4 % und 2,9 % relativ, also rund 0,6 und 1,2 Prozentpunkte. Die Reihenfolge der ersten beiden Plätze ist deshalb nicht sicher. Beide Länder sind von Laubbäumen geprägt. In Rheinland-Pfalz stehen auf 62,7 % der Fläche Laubbäume, in Hessen auf 63,3 %; häufigste Art ist jeweils die Buche mit 23,1 % und 32,5 %.
Auch das am stärksten bewaldete Wuchsgebiet liegt in Rheinland-Pfalz: Der Pfälzerwald ist zu 82,3 % mit Wald bedeckt. Es folgen Thüringer Gebirge (75,0 %) und Harz (74,4 %).
Über dem Bundesmittel von 32,3 % liegen sieben der 15 Länder: Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg, Saarland, Brandenburg, Bayern und Thüringen. Die übrigen acht sind weniger dicht bewaldet als Deutschland insgesamt.
Fläche und Anteil erzählen verschiedene Geschichten
Bayern hat einen Waldanteil von 37,1 % und liegt damit auf Rang 6. Weil das Land so groß ist, steht dort trotzdem 22,7 % des deutschen Waldes. Zusammen mit Baden-Württemberg, Niedersachsen und Brandenburg kommen die vier Länder mit der größten Waldfläche auf 54,9 % der Waldfläche Deutschlands.
| Land | Waldfläche (ha) | Waldanteil | Anteil am Wald in DE |
|---|---|---|---|
| Bayern | 2.616.869 | 37,1 % | 22,7 % |
| Baden-Württemberg | 1.378.473 | 38,6 % | 11,9 % |
| Niedersachsen | 1.208.506 | 25,3 % | 10,5 % |
| Brandenburg | 1.127.980 | 38,0 % | 9,8 % |
| Nordrhein-Westfalen | 952.519 | 27,9 % | 8,3 % |
| Hessen | 898.180 | 42,5 % | 7,8 % |
| Rheinland-Pfalz | 853.758 | 43,0 % | 7,4 % |
| Mecklenburg-Vorpommern | 582.361 | 25,0 % | 5,0 % |
| Thüringen | 555.819 | 34,3 % | 4,8 % |
| Sachsen | 531.219 | 28,8 % | 4,6 % |
| Sachsen-Anhalt | 520.874 | 25,5 % | 4,5 % |
| Schleswig-Holstein | 182.457 | 11,5 % | 1,6 % |
| Saarland | 98.799 | 38,4 % | 0,9 % |
| Berlin | 17.588 | 19,7 % | 0,2 % |
| Hamburg und Bremen | ≈13.054 | ≈11,3 % | 0,1 % |
| Deutschland | 11.538.455 | 32,3 % | 100,0 % |
Die Tabelle zeigt auch, wie wenig die Stadtstaaten zum Gesamtbild beitragen: Berlin hat 17.588 Hektar Wald, Hamburg und Bremen zusammen 13.054 Hektar. Ihr Waldanteil ist trotzdem aussagekräftig, weil er sich auf ihre eigene Fläche bezieht. Berlin ist zu 19,7 % bewaldet und damit dichter als Schleswig-Holstein.
Zwischen Küste und Alpen: die Wuchsregionen
Quer zu den Ländergrenzen gliedert die Inventur Deutschland in sieben Wuchsregionen, Naturräume mit ähnlichem Klima und Relief. Ihr Waldanteil reicht von 14,7 % in den Lösshügelländern bis 69,0 % in den Alpen. Dazwischen liegen die beiden Mittelgebirgsschwellen mit 48,8 % im Osten und 44,6 % im Westen.
| Wuchsregion | Waldfläche (ha) | Waldanteil | Häufigste Art |
|---|---|---|---|
| Alpen | 314.719 | 69,0 % | Fichte |
| Östliche Mittelgebirgsschwelle | 949.788 | 48,8 % | Fichte |
| Westliche Mittelgebirgsschwelle | 2.658.657 | 44,6 % | Buche |
| Mesozoisches Schichtstufenland | 2.783.927 | 39,2 % | Fichte |
| Alpenvorland | 851.455 | 26,1 % | Fichte |
| Norddeutsches Tiefland | 3.550.399 | 25,2 % | Kiefer |
| Lösshügelländer | 429.511 | 14,7 % | Eiche |
Das Norddeutsche Tiefland hat nach den Lösshügelländern den geringsten Waldanteil, mit 3.550.399 Hektar aber die größte Waldfläche aller Regionen. Wie die Länder spiegeln auch die Regionen die Baumarten: Im Tiefland ist die Kiefer die häufigste Art, in der westlichen Mittelgebirgsschwelle die Buche, im Süden und in der östlichen Mittelgebirgsschwelle die Fichte. Jede Region mit ihren Wuchsgebieten finden Sie in der Übersicht der Wuchsgebiete.
Der Norden und die Stadtstaaten bilden das Schlusslicht
Schleswig-Holstein ist zu 11,5 % bewaldet, Hamburg und Bremen zu 11,3 %. Für die beiden Stadtstaaten ist schon die Waldfläche mit einem Fehler von 26,7 % unsicher, die Reihenfolge der letzten beiden Plätze ist daher nicht belastbar. Davor liegen Mecklenburg-Vorpommern mit 25,0 %, Niedersachsen mit 25,3 % und Sachsen-Anhalt mit 25,5 %.
Wenig Wald heißt nicht wenig Holz. Schleswig-Holstein steht beim Holzvorrat mit 354,6 m³ je Hektar auf Rang 3 der Länder, über dem Bundesmittel von 334,9 m³. Unter den Wuchsgebieten sind Thüringer Becken (5,2 %) und Schleswig-Holstein Nordwest (5,4 %) am waldärmsten.
Seit 2012 ist der Wald leicht gewachsen
Die Waldfläche Deutschlands hat zwischen 2012 und 2022 um 15.606 Hektar zugenommen, ein Plus von 0,14 %. Statistisch gesichert ist die Zunahme nur in vier Ländern: Nordrhein-Westfalen (+8.390 ha), Mecklenburg-Vorpommern (+5.688 ha), Sachsen (+4.193 ha) und Schleswig-Holstein (+3.496 ha). Schleswig-Holstein hat seine Waldfläche damit um 1,95 % vergrößert, mehr als jedes andere Land mit gesicherter Veränderung. In allen übrigen Ländern ist die Änderung kleiner als ihr Stichprobenfehler; ob dort Wald hinzugekommen ist oder verloren ging, lässt die Inventur offen.
Ein dicht und ein dünn bewaldetes Land im Vergleich
Der Waldanteil von Rheinland-Pfalz ist 3,7-mal so hoch wie der von Schleswig-Holstein. Die Baumarten unterscheiden sich weniger: Buche 23,1 % und Eiche 21,5 % in Rheinland-Pfalz, 20,5 % und 17,3 % in Schleswig-Holstein. Beide Länder lassen sich im Länder-Vergleich Seite an Seite ansehen, ebenso jedes andere Paar.
Quellen
- Thünen-Institut: Vierte Bundeswaldinventur (BWI 2022), Ergebnisdatenbank bwi.info, Lizenz CC BY 4.0; verwendete Ergebnistabellen: 1.01, 1.04, 2.01, 3.01, 10.01. Abgerufen am 27.10.2026.
- Eigene Berechnungen von Waldkennzahlen (Ränge, Differenzen, Verhältnisse, Summen); Vorgehen unter Daten & Methodik.