Waldkennzahlen

Holzvorrat je Hektar: wo am meisten Holz steht

Im Mittel stehen in Deutschlands Wald 334,9 m³ Holz je Hektar. Bayern liegt mit 405,4 m³ vorn, das 1,21-Fache des Bundeswerts; am wenigsten sind es in Sachsen-Anhalt mit 255,0 m³. Unter den Wuchsgebieten reicht die Spanne von 167,4 m³ (Leipziger Sandlöss-Ebene) bis 466,6 m³ (Oberpfälzer Wald).

Von Lukas Schneider · veröffentlicht am · Datenstand: Bundeswaldinventur 2022, abgerufen am 27.10.2026

  1. 1Bayern405,4 m³
  2. 2Baden-Württemberg373,0 m³
  3. 3Schleswig-Holstein354,6 m³
  4. 4Mecklenburg-Vorpommern342,3 m³
  5. 5Hamburg und Bremen340,0 m³
  6. 6Thüringen324,7 m³
  7. 7Saarland320,3 m³
  8. 8Sachsen316,8 m³
  9. 9Rheinland-Pfalz313,2 m³
  10. 10Hessen312,0 m³
  11. 11Brandenburg301,0 m³
  12. 12Niedersachsen294,9 m³
  13. 13Berlin294,4 m³
  14. 14Nordrhein-Westfalen270,0 m³
  15. 15Sachsen-Anhalt255,0 m³
Holzvorrat in Kubikmetern je Hektar, BWI 2022. Mittel für Deutschland: 334,9 m³.

Warum der Wert je Hektar zählt

Zusammen stehen in Deutschlands Wald 3,67 Milliarden Kubikmeter Holz. Wer nur diese Gesamtmenge auf die Länder verteilt, sieht vor allem deren Größe. Bayern hält 1,01 Milliarden Kubikmeter, 27,5 % des gesamten Vorrats, auf 22,7 % der Waldfläche. Der höhere Anteil am Vorrat zeigt, dass dort auf jedem Hektar mehr Holz steht als im Durchschnitt. In Nordrhein-Westfalen ist es umgekehrt: 6,5 % des Vorrats auf 8,3 % der Fläche.

Gemessen wird Derbholz mit Rinde ab 7 cm Durchmesser. Der Vorrat sagt, wie viel Holz heute im Wald steht, nicht wie viel davon genutzt wird oder werden sollte.

Je Hektar in m³: Holzvorrat 2022, jährlicher Zuwachs 2012–2022, Totholz 2022
LandVorratZuwachsTotholz
Bayern405,410,429,9
Baden-Württemberg373,010,632,7
Schleswig-Holstein354,610,421,3
Mecklenburg-Vorpommern342,39,922,4
Hamburg und Bremen340,07,6≈12,5
Thüringen324,78,628,1
Saarland320,39,738,3
Sachsen316,89,826,7
Rheinland-Pfalz313,28,637,0
Hessen312,09,139,6
Brandenburg301,08,717,1
Niedersachsen294,98,824,0
Berlin294,46,4≈33,4
Nordrhein-Westfalen270,08,433,1
Sachsen-Anhalt255,07,734,4
Deutschland334,99,429,4

Zuwachs: wo am meisten nachwächst

Im Mittel der Jahre 2012 bis 2022 sind in Deutschland jedes Jahr 9,4 m³ Holz je Hektar hinzugewachsen, zusammen 101,5 Millionen Kubikmeter im Jahr. Am stärksten ist der Zuwachs in Baden-Württemberg (10,6 m³), in Bayern und in Schleswig-Holstein (je 10,4 m³). Am geringsten ist er in Berlin mit 6,4 m³.

Unter den Baumarten wächst die Douglasie mit 15,4 m³ je Hektar und Jahr am schnellsten, vor Tanne (14,7 m³) und Fichte (13,0 m³). Die Birke bildet mit 4,3 m³ das Ende. Bei den Wuchsgebieten liegen Südwestdeutsches Alpenvorland (12,6 m³) und Tertiäres Hügelland (12,6 m³) vorn, das Thüringer Becken mit 5,1 m³ hinten.

Veränderung seit 2012

Auf der Fläche, die beide Inventuren erfasst haben, ist der Vorrat je Hektar in Deutschland fast gleich geblieben: 337,4 m³ im Jahr 2012, 336,9 m³ im Jahr 2022 (−0,2 %). Hinter dem stabilen Mittel stehen gegenläufige Entwicklungen. Zugelegt haben vor allem Mecklenburg-Vorpommern (+7,1 %), Schleswig-Holstein (+7,0 %) und Brandenburg (+6,2 %). Für Hamburg und Bremen weist die Tabelle +17,9 % aus, bei sehr kleiner Stichprobe.

Abgenommen hat der Vorrat am stärksten in Nordrhein-Westfalen (−12,7 %), in Hessen (−8,8 %) und in Sachsen-Anhalt (−8,1 %). In allen drei Ländern ging auch der Fichtenanteil stärker zurück als im Bundesmittel (−9,9, −8,2 und −5,9 gegenüber −4,2 Prozentpunkten).

Vorrat nach Baumart und Eigentum

Je Hektar ihrer Fläche tragen Tanne (476,5 m³) und Fichte (427,6 m³) am meisten Holz, Birke (141,7 m³) am wenigsten. Diese Werte beziehen sich auf die Fläche, die die jeweilige Art im Hauptbestand einnimmt; das Mittel aller Arten liegt in dieser Rechnung bei 332,4 m³.

Auch nach Eigentumsart unterscheidet sich der Vorrat. Bundesweit stehen im Privatwald 351,2 m³ je Hektar, im Staatswald der Länder 324,9 m³, im Körperschaftswald 319,0 m³ und im Staatswald des Bundes 270,1 m³. Am größten ist der Abstand zwischen Privat- und Landeswald in Baden-Württemberg: 427,1 gegenüber 341,7 m³. Umgekehrt steht in Berlin, in Brandenburg, in Hessen, in Mecklenburg-Vorpommern, in Nordrhein-Westfalen, in Rheinland-Pfalz und in Sachsen im Landeswald mehr Holz je Hektar als im Privatwald.

Wuchsgebiete: die Spitze und das Ende

Am meisten Holz je Hektar steht in diesen fünf Wuchsgebieten: Oberpfälzer Wald (466,6 m³), Bayerische Alpen (442,9 m³), Schwäbisch-Bayerische Jungmoräne und Molassevorberge (424,6 m³), Schwarzwald (422,9 m³), Bayerischer Wald (420,3 m³). Alle fünf liegen ganz oder überwiegend in Bayern oder Baden-Württemberg. Am unteren Ende stehen Leipziger Sandlöss-Ebene (167,4 m³), Harz (195,7 m³), Sachsen-Anhaltinische Löss-Ebene (203,9 m³), Nordöstliche Harzvorländer (205,6 m³), Sauerland (223,3 m³). Der Harz mit 195,7 m³ ist zugleich das Wuchsgebiet mit dem stärksten Rückgang des Fichtenanteils seit 2012 (−24,1 Prozentpunkte). Die vollständigen Listen stehen unter Ranglisten.

Totholz

Bundesweit liegen 29,4 m³ Totholz je Hektar im Wald, gezählt ab 10 cm Durchmesser. Am meisten sind es in Hessen (39,6 m³), im Saarland (38,3 m³) und in Rheinland-Pfalz (37,0 m³), am wenigsten in Brandenburg (17,1 m³) und in Hamburg und Bremen (≈ 12,5 m³, unsicher). Auf der gemeinsamen Fläche beider Inventuren stieg der Wert von 20,0 auf 29,6 m³; am stärksten in Sachsen-Anhalt, von 17,9 auf 34,5 m³.

Wie ein holzreiches und ein holzarmes Land in allen Kennzahlen auseinanderliegen, zeigt der Vergleich Bayern und Sachsen-Anhalt.

Quellen

  • Thünen-Institut: Vierte Bundeswaldinventur (BWI 2022), Ergebnisdatenbank bwi.info, Lizenz CC BY 4.0; verwendete Ergebnistabellen: 3.01, 3.04, 4.01, 5.01, 5.03, 8.01, 9.01, 10.03, 10.05, 10.11. Abgerufen am 27.10.2026.
  • Eigene Berechnungen von Waldkennzahlen (Ränge, Differenzen, Verhältnisse, Summen); Vorgehen unter Daten & Methodik.