Fichte, Kiefer, Buche und Eiche im Ländervergleich
Kiefer, Fichte, Buche und Eiche stehen zusammen auf 70,8 % der deutschen Waldfläche: Kiefer 21,8 %, Fichte 20,9 %, Buche 16,6 %, Eiche 11,5 %. Welche Art ein Land prägt, hängt stark von der Region ab. Die Kiefer erreicht in Brandenburg 68,7 %, die Fichte in Bayern 37,8 %, die Buche in Hessen 32,5 % und die Eiche im Saarland 23,7 %.
Von Lukas Schneider · veröffentlicht am · Datenstand: Bundeswaldinventur 2022, abgerufen am 27.10.2026
| Land | Kiefer | Fichte | Buche | Eiche |
|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 5,5 | 30,6 | 22,2 | 8,4 |
| Bayern | 16,4 | 37,8 | 14,9 | 7,2 |
| Berlin | 49,0 | 0,0 | ≈2,9 | 21,9 |
| Brandenburg | 68,7 | 1,1 | 3,6 | 8,0 |
| Hamburg und Bremen | ≈11,5 | ≈3,6 | ≈13,9 | ≈23,1 |
| Hessen | 8,6 | 13,4 | 32,5 | 14,2 |
| Mecklenburg-Vorpommern | 35,7 | 6,3 | 13,1 | 11,0 |
| Niedersachsen | 28,0 | 11,6 | 14,7 | 13,3 |
| Nordrhein-Westfalen | 7,3 | 18,2 | 19,2 | 17,4 |
| Rheinland-Pfalz | 9,2 | 14,9 | 23,1 | 21,5 |
| Saarland | 3,4 | 11,1 | 23,2 | 23,7 |
| Sachsen | 27,3 | 30,4 | 5,6 | 10,5 |
| Sachsen-Anhalt | 41,4 | 4,2 | 7,9 | 14,2 |
| Schleswig-Holstein | 7,1 | 12,6 | 20,5 | 17,3 |
| Thüringen | 14,2 | 31,2 | 21,0 | 7,8 |
| Deutschland | 21,8 | 20,9 | 16,6 | 11,5 |
Gezählt wird Fläche, nicht die Zahl der Bäume. Die Anteile der Länder schließen Lücken und Blößen ein, deshalb ergeben die vier Spalten zusammen mit den übrigen neun Baumartengruppen und den Lücken 100 %. Häufigste Baumart ist in fünf Ländern die Kiefer, in je vier die Fichte und die Buche und in zwei die Eiche.
Kiefer: der Baum des Nordostens
Die höchsten Kiefernanteile haben Brandenburg (68,7 %), Berlin (49,0 %) und Sachsen-Anhalt (41,4 %). In Brandenburg ist damit mehr als zwei Drittel des Waldes Kiefer; kein anderes Land wird so stark von einer einzigen Art bestimmt. Am seltensten ist sie im Saarland mit 3,4 %.
Je Hektar ihrer Fläche trägt die Kiefer 325,4 m³ Holz und wächst um 8,1 m³ im Jahr, beides etwas unter dem Mittel aller Arten (332,4 und 9,2 m³). Ihr Flächenanteil hat sich seit 2012 kaum verändert: −0,2 Prozentpunkte.
Fichte: Süden und Mittelgebirge, mit deutlichem Rückgang
Die höchsten Fichtenanteile haben Bayern, Thüringen, Baden-Württemberg und Sachsen, alle mit mehr als 30 % der Fläche. In Berlin und Brandenburg spielt sie praktisch keine Rolle (0,0 % und 1,1 %).
Die Fichte ist die produktivste der vier Arten. Auf 20,9 % der Fläche steht 27,9 % des gesamten Holzvorrats; mit 427,6 m³ je Hektar und 13,0 m³ Zuwachs im Jahr liegt sie klar über dem Mittel aller Arten.
Zugleich hat keine Baumartengruppe seit 2012 so viele Prozentpunkte Flächenanteil verloren. Auf der Fläche, die beide Inventuren gemeinsam erfasst haben, sank ihr Anteil von 26,0 % auf 21,8 %, ihre Fläche um 16,8 %. (Der Zustandswert von 20,9 % bezieht sich auf eine etwas andere Fläche.) Am stärksten ging der Fichtenanteil in Nordrhein-Westfalen (−9,9 Prozentpunkte), in Hessen (−8,2) und in Thüringen (−6,2) zurück, unter den Wuchsgebieten im Harz (−24,1) und im Oberlausitzer Bergland (−23,9).
Buche: die häufigste Laubbaumart
Die Buche ist die häufigste Laubbaumgruppe Deutschlands. Ihre Hochburgen sind Hessen (32,5 %), Saarland (23,2 %) und Rheinland-Pfalz (23,1 %). Im Osten ist sie selten: in Brandenburg 3,6 %, in Berlin ≈2,9 %.
Seit 2012 hat keine Baumartengruppe so stark zugelegt wie die Buche: +1,4 Prozentpunkte, die Fläche wuchs um 7,8 %. Mit 351,7 m³ je Hektar trägt sie mehr Holz als Kiefer und Eiche. 32,9 % ihrer Fläche sind älter als 120 Jahre.
Eiche: wenig Fläche, viel Alter
Die Eiche erreicht die höchsten Anteile im Saarland (23,7 %), in Hamburg und Bremen (≈23,1 %), Berlin (21,9 %) und Rheinland-Pfalz (21,5 %). Am niedrigsten ist ihr Anteil in Bayern mit 7,2 %.
Keine andere Gruppe hat so viel alten Wald: 37,5 % der Eichenfläche sind älter als 120 Jahre. Der Zuwachs ist mit 7,2 m³ je Hektar und Jahr der niedrigste der vier großen Arten. Ihr Anteil stieg seit 2012 um 1,2 Prozentpunkte.
Laub- und Nadelbäume halten sich die Waage
Bundesweit stehen Nadelbäume auf 49,9 %, Laubbäume auf 46,7 % der Fläche. Seit 2012 hat sich das Verhältnis um 3,4 Prozentpunkte zugunsten der Laubbäume verschoben. In acht der 15 Länder überwiegen heute die Laubbäume: Hamburg und Bremen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Schleswig-Holstein. Am stärksten wuchs der Laubbaumanteil in Nordrhein-Westfalen (+8,2 Prozentpunkte), in Hessen (+6,9) und in Sachsen-Anhalt (+6,1).
Die kleineren Baumarten
Die übrigen neun Baumartengruppen bedecken zusammen 25,7 % der Waldfläche. Einige von ihnen verändern sich schneller als die großen vier. Relativ am stärksten gewachsen ist seit 2012 die Fläche von Ahorn (+28,5 %) und Douglasie (+22,3 %). Die Esche hat 22,4 % ihrer Fläche verloren, relativ mehr als jede andere Gruppe und auch mehr als die Fichte (−16,8 %). Die Tanne erreicht nur in Baden-Württemberg einen größeren Anteil (8,7 % der Fläche; in allen anderen Ländern liegt sie unter 3 %).
Die Mischung eines Landes auf einen Blick
- Brandenburg
- Sachsen
- Bayern
- Baden-Württemberg
- Thüringen
- Berlin
- Sachsen-Anhalt
- Niedersachsen
- Mecklenburg-Vorpommern
- Rheinland-Pfalz
- Hessen
- Nordrhein-Westfalen
- Schleswig-Holstein
- Saarland
- Hamburg und Bremen
- Kiefer
- Fichte
- Buche
- Eiche
- Lücken
Der Streifen zeigt, was die Tabelle in Zahlen sagt: Oben stehen die Nadelholzländer mit langen grünen und blaugrauen Abschnitten, unten die Länder, in denen Buche und Eiche dominieren. Wie zwei Länder Art für Art auseinanderliegen, zeigt der Vergleich, etwa Bayern und Brandenburg: Dort beträgt der Unterschied bei der Kiefer 52,3 Prozentpunkte. Einzelheiten zu jeder Art stehen auf den Seiten Kiefer, Fichte, Buche und Eiche.
Quellen
- Thünen-Institut: Vierte Bundeswaldinventur (BWI 2022), Ergebnisdatenbank bwi.info, Lizenz CC BY 4.0; verwendete Ergebnistabellen: 1.04, 1.05, 2.03, 3.04, 4.01, 5.03, 10.11. Abgerufen am 27.10.2026.
- Eigene Berechnungen von Waldkennzahlen (Ränge, Differenzen, Verhältnisse, Summen); Vorgehen unter Daten & Methodik.